Wie geht‘s dem Blühfeld bei Bittstedt

St.-Georgs-Kirchengemeinde, Sottrum, 10. November 2025

Mittlerweile den fünften Sommer blühte, summte und brummte es auf dem Roggenacker am Ortsausgang von Bittstedt in Richtung Taaken. Auf mittlerweile 15.000 m² läuft hier ein Projekt zum Schutz der Segetalflora, finanziell unterstützt von der St. Georg-Stiftung Sottrum. Wie in jedem Jahr trafen sich die Verantwortlichen, um einen Blick auf den Acker zu werfen. Botaniker Reinhard Schraa, Kreisnaturschutzbeauftragter, und Heike Vullmer, Mitarbeiterin der Stiftung Naturschutz im Landkreis Rotenburg (Wümme), waren begeistert von dem bunten, farbenfrohen Aspekt, der sich ihnen bot und lobten die Bewirtschafterin, Maren Schröder-Meyer, die den Acker unter besonderen Bedingungen bewirtschaftet.

 

Beim Durchgehen entdeckten die Fachleute dann tatsächlich 44 verschiedene Wildkräuter und Gräser im lichten Roggenbestand und staunten über das Leben im Acker: Bienen, Schwebfliegen, Käfer und Fliegen summten herum. Auf dem Boden und in den Pflanzen ließen sich weitere Wirbellose wie Spinnen oder Heuschrecken entdecken, die eher zu Fuß unterwegs waren.

Aspektbildend war in diesem Jahr die Kornrade, ein pinkfarbenes Nelkengewächs, das auch mit seinen laubigen Kelchblättern, die mit den Blüten zusammen aus dem Getreide herausragen, Photosynthese betreiben kann. Diese Art ist heute nahezu verschwunden und deshalb bedroht.

Als Besonderheit war auch der Frauenspiegel zu finden, eine sehr seltene Pflanze der Getreideäcker, die im Landkreis Rotenburg sonst nirgendwo vorkommt. Wertvoll macht die Gesamtheit der Arten den Acker, der damit nicht nur das Auge erfreut, sondern auch vielen Wirbellosen, dieoftmals auf wenige Pflanzenarten spezialisiert sind, Futter bietet.

Heike Vullmer, Reinhard Schraa und Heiner Schröder